Herdenschutzhunde: Hüter zwischen den Gipfeln
"Hüter zwischen den Gipfeln" heisst die von Fattoria Piz, Lugano Region, WWF, Pro Natura, WSL und ZHAW getragene Informations- und Sensibilisierungsinitiative zum Thema Herdenschutzhunde, mit Schwerpunkt auf den beliebtesten Wandergebieten.
Traversata Tamaro-Lema
Die Traversata Tamaro-Lema ist eine der berühmtesten und landschaftlich spektakulärsten Höhenwanderungen der Schweiz. Die Route verläuft fast ausschliesslich entlang der Grenze zwischen der Schweiz und Italien und bietet einen 360°-Panoramablick, der vom Lago Maggiore über den Luganersee bis hin zu den Gipfeln der Alpen reicht. Diese Gegend ist jedoch nicht nur von touristischem Interesse: Seit jeher bringen viele landwirtschaftliche Betriebe Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde auf die Alpen dieser Berge und prägen so die aussergewöhnliche Landschaft, durch die sich der Wanderweg schlängelt. Zudem stellen diese Betriebe unverfälschte, gesunde und nachhaltige Lebensmittel her.
Alp Montoia und Herdenschutzhunde
Seit mehreren Jahren bewirtschaften Flavia Anastasia und Mathis Waser von der Fattoria Piz mit grosser Leidenschaft die Alp Montoia mit ihren Ziegen. Seit diesem Jahr gibt es jedoch eine Neuigkeit: Zwei Herdenschutzhunde sind Teil der Familie geworden. Ihre Anwesenheit ist unverzichtbar, damit das Vieh weiterhin frei und sicher weiden kann, vor allem seit der Wolf wieder in unseren Bergen heimisch geworden ist.
Das Projekt
Flavia und Mathis wollten nichts dem Zufall überlassen und haben das Projekt „Custodi tra le vette“ (Hüter der Bergen) zum Leben gebracht. Das Projekt ist von verschiedene Organisationen unterstützt die daran glauben. Das Projekt soll das Zusammenleben von Herden und Tourismus erleichtern, indem die Öffentlichkeit bezüglich dem Umgang mit Hunden die die Herden bewachten informiert und sensibilisiert wird.
Dabei wird die Kommunikation auf verschiedenen Ebenen gestaltet: einerseits wurden gut sichtbarer Plakate in Strategischen Punkte angebracht, die die offizielle Komunikation ergänzen. Anderseits werden auch personen die spezifich ausgebildet wurden an den Wochenenden zwischen Anfang August und Mitte September die Wanderer persönlich sensibilisieren, wie man mit den Hunden vorgehen soll, bevor sie diese auf den geschützte Herde treffen.
Umfrage – Ihre Meinung ist uns wichtig!
Teilen Sie uns Ihre Meinung zum Thema Herdenschutzhunde in der Online-Umfrage mit! Diese wird von der WSL in Cadenazzo (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) und der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) ausgewertet und hat zum Ziel, einen Überblick über den aktuellen Akzeptanzgrad von Schutzhunden in der Bevölkerung zu gewinnen und das Verbesserungspotenzial auszuloten.
Sie können an der Umfrage teilnehmen, indem Sie den QR-Code scannen, den Sie auf den Schildern entlang der Wanderwege finden. Die Ergebnisse werden im Januar auf dieser Website veröffentlicht.
Wie soll man sich gegenüber Herdenschutzhunden verhalten?
Karten: Auf den wichtigsten Schweizer Websites für Landkarten und auf den dazugehörigen Smartphone-Apps ist eine interaktive Karte verfügbar. Diese zeigt Ihnen die Gebiete an, in denen Herdenschutzhunde auf den Weiden im Einsatz sind.
Wenn Sie in der Nähe einer Herde ankommen: Gehen Sie langsam bzw. steigen Sie vom Fahrrad ab und schieben Sie es. Halten Sie Abstand zur Herde und sprechen Sie laut, um Ihre Anwesenheit zu signalisieren, falls Sie keine Hunde sehen.
Wenn die Hunde bellen oder auf Sie zulaufen: Bleiben Sie ruhig und stehen Sie still. Geben Sie den Hunden Zeit, die Situation zu begreifen. Vermeiden Sie es, ihnen in die Augen zu schauen, bleiben Sie aber in ihre Richtung gewandt, und gehen Sie erst dann langsam weiter, wenn die Hunde sich beruhigt haben. Versuchen Sie nicht, sie mit Gesten oder durch Hochheben von Stöcken zu verscheuchen.
Wenn Sie Ihren Hund dabei haben: Nehmen Sie ihn an die Leine und vermeiden Sie es unbedingt, die Herde zu durchqueren. Umgehen Sie das Vieh in grossem Abstand oder warten Sie, bis der Weg frei ist.
Wenn der Hund nicht aufhört zu bellen: Gehen Sie langsam zurück und suchen Sie einen anderen Weg.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Ziegenherde auf der Strecke Tamaro-Lema von einem Hirten geführt wird, der die Tiere nur so lange über den Weg treibt, wie es für die Überquerung notwendig ist. Sollten Sie sich aus irgendeinem Grund trotz der Hinweise auf den Schildern oder durch das vor Ort anwesende Personal nicht sicher fühlen, sich ihnen zu nähern, machen Sie eine Pause und geniessen Sie das fantastische Panorama, bis sich die Ziegen und Hunde entfernt haben. Dies wird nicht lange dauern!
Für weitere Informationen:
Partner del progetto
Herzlichen Dank den Projektpartnern und Sponsoren: Lugano Region, Fattoria Piz, WWF, Pro Natura, Bürgergemeinde Indemini, WSL, ZHAW, Gruppe Wolf Schweiz und viele andere.